Imagefilm für die Waldfreunde – Wie aus Kiefernmonokultur wieder Mischwald wird
Ein Herzensprojekt: Für den Verein Waldfreunde durfte ich einen Imagefilm gestalten, der zeigt, wie engagierte Menschen gemeinsam dem deutschen Wald eine neue Zukunft schenken. Mit Pferdestärke, ökologischem Sachverstand und einer klaren Vision entsteht dort, wo heute noch Kiefernmonokulturen stehen, nach und nach wieder ein artenreicher Laubmischwald. Der Film begleitet dieses Vorhaben mit ruhigen, atmosphärischen Bildern und gibt den Machern hinter dem Projekt eine Stimme.
Die Herausforderung
Die Waldfreunde verfolgen einen ungewöhnlichen und zugleich überzeugenden Ansatz: Sie verbinden Ökologie und Ökonomie, indem sie Waldflächen erwerben und diese Schritt für Schritt in klimastabile Mischwälder umbauen. Statt reiner Spendenprojekte in fernen Ländern setzen sie auf den Wald direkt vor der eigenen Haustür – offen für alle, die mitmachen möchten.
Die filmische Herausforderung bestand darin, ein komplexes Thema greifbar zu machen: Warum sind Kiefernmonokulturen auf Dauer problematisch? Welche verschiedenen Methoden testen die Waldfreunde, um aus einem Nadelwald wieder einen Laubwald werden zu lassen? Und wie erklärt man Zusammenhänge wie die Rolle von Mykorrhiza-Pilzen, die Bedeutung von Laubstreu oder die Funktion grüner Wälle aus Astwerk, ohne dass es belehrend wirkt?
Hinzu kam die besondere Arbeitsweise vor Ort: Die Waldfreunde setzen auf Pferderückung mit den Wallachen Nemo und Nautilos. Eine bodenschonende, traditionsreiche Methode, die es verdient, in Ruhe und mit Respekt gezeigt zu werden. Der Film sollte also nicht nur informieren, sondern auch die Atmosphäre dieses besonderen Miteinanders von Mensch, Tier und Natur einfangen.
Meine Lösung
Um dem Projekt gerecht zu werden, habe ich auf eine ruhige, beobachtende Bildsprache gesetzt. Lange Einstellungen, natürliche Lichtstimmungen und eine zurückhaltende Kameraführung lassen dem Zuschauer Zeit, in den Wald einzutauchen. Die O-Töne der Protagonisten tragen den Film – authentisch, ungeschönt und mit echter Begeisterung für die Sache.
Im Mittelpunkt steht die Vielschichtigkeit des Projekts: Wir sehen, wie die Pferde das geschlagene Holz aus dem Bestand ziehen, ohne den Waldboden zu verdichten. Wir begleiten die Initiatoren beim Anlegen der grünen Wälle aus Reisig, die das Wild auf natürliche Weise fernhalten sollen. Und wir erfahren, wie das Ausbringen von Laubstreu die Ansiedlung von Birke, Eiche, Buche, Eberesche und Espe fördert, weil mit dem Laub die passenden Mykorrhiza-Pilze in den Boden gelangen.
Durch die Kombination aus erklärenden Interviews, atmosphärischen Naturaufnahmen und ruhigen Arbeitsszenen entsteht ein Film, der sowohl Kopf als auch Herz anspricht – und der die Botschaft der Waldfreunde auf leise, aber eindringliche Weise transportiert.
Das Ergebnis
Entstanden ist ein Imagefilm, der die Arbeit der Waldfreunde sichtbar macht und neue Unterstützer gewinnen soll. Der Film zeigt nicht nur, was dort geschieht, sondern vor allem warum: Es geht um einen langfristigen Blick in die Zukunft, um einen Wald, der in Jahrzehnten seine volle Wirkung entfaltet. Die Protagonisten sprechen von einer Investition in einen zukunftsfähigen Wald – und genau dieses Gefühl der Beständigkeit und Verbundenheit trägt der Film in sich. Für mich persönlich war das Projekt ein echtes Herzensthema, bei dem Inhalt und filmische Umsetzung perfekt zusammengefunden haben.
Postproduktion: Beryll Winkelmann @aurel-medien
Produktion / Regie: Stefan Köster
Kamera / DOP: Axel Decker
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